Porto zahlt Empfaenger

Samstag, 21. Oktober 2006

Gewissensfrage:

Wenn man das Rauchen nun per Gesetz verbieten will, weil es krank zu machen droht, müsste man dann nicht viel mehr und zu allererst Armut per Gesetz verbieten?


(Ich bedanke mich für den Denkanstoß bei Robert Pfaller - Professor für Kulturwissenschaft an der Uni für künstlerische und industrielle Gestaltung/Linz)

Donnerstag, 13. Juli 2006

Denn sie wissen nicht, was sie tun...sollen

Es drängt mich das loszuwerden wie einen der Fliederblüte anrüchig gewordenen Niesreiz: Nichts geht mir umfassender auf den Zeiger als
Menschen, die nicht wissen was sie wollen.
Sie sind mir in einem Maße unangenehm, das ist längst bedenklich. Ungesund. Für mich. Magenpickel wachsen. Haupthaar ergraut. Mein linkes Augenlid zuckt sogar, ich habe es heute morgen mit dem rechten Auge eigenäugig gesehen.
Die nicht wissen was sie tun sollen, mit zwei Worten: die nerven.

Woran liegt es dass, während alle Demografen sich über die leise drohende weil schleichende Selbstausmerzung des Menschen kassandrisch beklagen, die Gattung derer, die nicht wissen was sie tun sollen, sich um so plagenhafter ausbreitet? Oder hat das gar einen ursächlichen Zusammenhang? Beinahe scheint mir. Logisch wäre es. Der ewig Zaudernde pflanzt sich zwar nicht, weder fort noch hinan.
Vielmehr -pflanzt- er sich und das Leben selbst.
Pandemische Vermehrung der Unschlüssigkeit in allen Belangen.
Verstehen sie mich nicht falsch, bestimmt soll jeder seinen eigenen Entwurf leben können dürfen sollen. (Der Druck und der daraus für die Bedrückten resultierende Rechtfertigungszwang z.B. auf kinderlose Frauen, wie er heute zu spüren ist, ist mehr als unangenehm, tendiert er doch zualledem stark ins ideologische.) Das Aussterben ist schließlich nur ein Symptom von vielen, das mir aus dem allgemeinen Zaudertum zu erwachsen scheint.
Aber, Frage: Ist kein Entwurf auch ein Entwurf?
Mangelt es mir bloß an Toleranz und Einsicht? Denn sie machen mich krank, diese Wackler in eigener Sache. Die nichts dabei finden, andere in ihre Entschlussfreudlosigkeit hineinzuziehen: soll ich oder soll ich nicht dies Fach hier studieren, vielleicht gäb's doch interessanteres, womöglich erscheint mir in 45 Jahren was ganz Anderes brauchbar, soll ich oder soll ich nicht dich lieben und ehren bis der Überdruss uns scheidet, vielleicht könnte ich 345.711 andere lieben und ehren, und besser, viel besser als dich, sieh das doch ein, die ärmsten, müssen so auf meine einzigartige Liebe verzichten. Ach. Soll ich hier oder dort mich niederlassen, mir fehlt doch noch so viel zum Glück, deswegen pack ich auch nicht den kleinen Zipfel an, der sich mir darbietet, vielleicht, mag sein, der Zipfel eines ganzen unter der spiegelnden Oberfläche gelegenen Glücksberges, aber, wer weiß das schon, kann man das je wissen, vielleicht ist es doch nur der Zipfel eines Taschentuches, zum Weinen...


-//-

Donnerstag, 20. April 2006

Krieg. Innenliegend.

Gehst jedem Streit aus dem Weg,
nein, hüpfst, wie ein Heuschreck.
In weitem Bogen beseite.
Bei geringster Berührtheit: Sensorenalarm.
Frisst anderswo alles in dich hinein
bis anderswo kein Gras mehr wächst.

Hast sie gut übergestülpt
die Psychologensprache und passend auch,
wie angegossen, die Maske
unter der du im eigenen Saft dünstest.
Kann so nicht weiterlaufen,
denkst du, während du hüpfst.
Auf den Grund gehen
oder zu Grund gehen.
Kannst sie gut, die Floskeln.

Provozier eben einen Krieg,
wenn sonst nichts hilft, denkst du dir
und fliegst in Urlaub
mit deiner Mutter und deinem Chef.
Lässt nichts zurück,
auch nicht das Mobiltelefon.
Dich auch nicht.
Bist woanders auch wieder gleich: Heuschrecke,
die nur ein bißchen mehr hüpft und weiter.
Wegen des Meerschaums vermutlich
oder dem heissen Sand.

Schuss ins Wasser. Schlag in den Ofen. Schluss damit.
Fliegst wieder heim
und ziehst dich zurück in ebendieses.
Zum Wolkenkuckuck.
Wird bei dir bleiben.
Wird sich dort drinnen aufblasen
weltraumgroß und bleiben.
Bis dann:
es platzt und schrumpft und eintrocknet
wie ein weisses Spannleintuch (Fruchtblase)
das irrtümlich von der Schnur gefallen ist.
Wird lansam zu einem vergeblichen Gewucher.

Später kann man dir das dann herausoperieren.

Freitag, 16. September 2005

Die Scheiben zwischen den Dingen

Da stand er im Rahmen ihres Fensters.
Er stand unten. Entfernt und reglos, klein wie eine Puppe,
schaute er herauf, sie auf der anderen Seite des Glases
vermutend, erhoffend und wollte zu ihr.

Das Kalte und das Harte hatte sich zwischen seine und ihre Welt geschoben,
wie Glas. Sie war herumgelaufen in ihrem Zimmer, aufgebracht und zugleich müde von dem vielen Wortgefecht und hatte ihn gespürt da unten stehen,
noch bevor sie ihn aus dem Winkel ihrer Augen entdeckt hatte.
Das hatte sie erschreckt. Weil es sie gefreut hatte dass sie ihn spürte,
und sie sich nicht freuen wollte. Nicht über ihn.
Wenn das Herz zu sehr berührt wird von etwas, soll man eine Glasscheibe zwischen sich und die Welt schieben. Wegen all dem Schmutz und den spitzen Gegenständen in der Welt und in sich selbst.
Dann kann man sich voneinander fern halten.
Dann kann man sich voneinander rein halten.

Sein Anblick, wie er da stand und zu ihr wollte schnitt ihr trotzdem ins Fleisch.
Trotz der Glasscheibe die sie zwischen sich und die Welt geschoben hatte.
Sie probierte einen harten Blick. Probierte den auf ihn zu richten.
Sie wusste, wenn ihr ein harter Blick gelänge würde sie auch innen härter.
Der Blick ist das Tor zur Seele. Das Tor zur Seele ist eine Drehtür.
Wie er da reglos stand und heraufschaute, als könne er ihren Blick spüren.

Wenn sie etwas zu zerreissen drohte, panzerte sie sich mit Glas.
Sie konnte nichts durchgehen lassen.
Sie hatte noch Rechnungen offen.
Wenn sie etwas durchgehen lassen würde, durch ihr Panzerglas,
würde er annehmen alles sei gleich und die Rechnungen seien beglichen.
(Und was wäre so schlimm daran. Ein paar Zinseszinsen weniger,
die man für sich verbuchen konnte. Die Zinseszinsen schmecken bitter,
wie Münzen die durch zu viele Hände gegangen sind.)

Das Kalte und das Harte blieb zwischen seiner und ihrer Welt,
weil sie lieber rechneten als liebten.
Und irgendwann, ohne dass es groß auffiel, ging er fort.

Mittwoch, 3. August 2005

Schneewalzer.

Zugegeben, ein abgeschlagener Zahn ist nicht das, was sich eine Frau zum Geburtstag wünscht. Mehr als fraglich ist auch, ob er sich in der Vita so gut macht, wie Romantikerinnen wie Sie und ich das gerne glauben würden. Auch eine Augenklappe sieht nur in Filmen von Quentin Tarantino, und seien wir ehrlich, nur an Daryl Hannah verdammt verwegen und sexy aus.

Schlägereien sind der Gemeinschaft nicht dienlich, damit vertrete ich keine exotische Randgruppenmeinung. Viel mehr sind Schlägereien eine Belästigung, sind laut, tun weh, stören empfindlich den harmonischen Gesamteindruck und überhaupt: wir regen uns auf. Das tut uns nicht gut.

Die stecken dich in eine Schublade, auf der steht „White Trash“.
Sie schließen ab. Und werfen den Schlüssel weg, wissen Sie?

Aber, hey, Baby....
Lass uns für einen Moment so tun, als wären wir das weltberühmte Rock 'n' Roll Pärchen. Unser Hotelzimmer ist schäbig genug. Lass uns so tun, als würden wir die Präsidentensuite schreddern.
Du mit mir... ich mit Dir...

D U ?

Du bist nicht angemeldet.

F I N D E N

 

P O S T

das glaub ich jetzt nicht;)
das glaub ich jetzt nicht;)
walhalladada - 12. Feb, 19:05
Wenn Sie wieder da sind,...
Wenn Sie wieder da sind, abonniere ich Sie wieder,...
walhalladada - 20. Jan, 17:40
Schweigen ist auch keine...
Schweigen ist auch keine Lösung! Maaah!
Tanzlehrer - 31. Aug, 22:35

B I L D E R W U T

F R E S S P A K E T



Michael Köhlmeier
Idylle mit ertrinkendem Hund


Jonathan Safran Foer
Everything is illuminated

O H R E N S A U S E N


Fredo Viola
The Turn



Adam & the Ants
Prince Charming


Arcade Fire
Funeral


David Martel
I Hardley Knew Me


Kaiser Chiefs
Off With Their Heads


The Ting Tings
We Started Nothing

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